Der Kreis Wesel informiert: Arbeiten der Firma Amprion am Klingerhuf

04.02.2016

 

Klingerhuf

Die Bezeichnung „Klingerhuf“ ist heute sicher vor allem mit dem Sport- und Freizeit-zentrum, einem beliebten Anziehungspunkt für Jung und Alt, verbunden. Weniger bekannt ist dagegen die unter zwei Hochspannungsleitungen gelegene Heidefläche im Waldgebiet Klingerhuf, das teils zu Moers, teils zu Neukirchen-Vluyn gehört.

Die etwa ein halbes Fußballfeld große Heidefläche ist für die Tier- und Pflanzenwelt ein ungemein wertvoller Lebensraum. Zudem sind die zahllosen kleinen rosafarbe-nen Blüten der auf der Vorwarnliste der landesweit gefährdeten Arten stehenden Besenheide (Calluna vulgaris) auch jetzt im Herbst noch ein echter Hingucker.

Nun muss die kleine Idylle jedoch gestört werden, denn auf der Heidefläche und an deren Rand werden Baumfällungs- und Rückschnittmaßnahmen stattfinden. Diese dienen dem nachhaltigen Schutz der Hochspannungsleitungen, sollen zugleich aber auch zur Erhaltung und Entwicklung der Heide selbst beitragen. Beteiligt an dieser „Konzertierten Aktion“ sind die Fa. Amprion (Sicherung und Funktion der Leitungen), die Stadt Neukirchen-Vluyn (Eigentümerin) und der für Naturschutz zuständige Kreis Wesel.

Auf der Heidefläche sind einige Eichen und Kiefern den Hochspannungsleitungen mittlerweile gefährlich nahe gekommen. Besonders groß ist die Gefahr im Sommer, denn bei z. B. 35° C im Schatten bzw. 50° C in der Sonne dehnen sich die Leitungen erheblich aus und hängen sichtbar durch. Ein überspringender Funke genügt, und schon ist ein Schaden entstanden.

Für die Fa. Amprion ist dies wahrlich Grund genug, die erforderlichen Rückschnittmaßnahmen bzw. Baumfällungen nun rechtzeitig durchzuführen. Dabei soll aus der Not(wendigkeit) zugleich eine Tugend gemacht werden, denn die Maßnahmen sollen auch der Heidefläche mit der bestandsbildenden Besenheide und einigen Tierarten, z.B. der Zauneidechse, zugutekommen.

Die lichtliebende Besenheide wird nicht nur durch die für die Hochspannungsleitungen problematischen Bäume beschattet, sondern zusätzlich durch die aus Nordamerika stammende Spätblühende Traubenkirsche bedrängt. Daher sollen auch die Kirschen und damit Samen tragenden sog. „Mutterbäume“ der Späten Traubenkirsche beseitigt werden, denn ihr Potential, immer wieder neue Schösslinge hervorzubringen, ist praktisch unbegrenzt. Später sollen auch die hier wie „Haare auf dem Hund“ wachsenden Schösslinge selbst vollständig entfernt werden. Einige heimische Gehölze, die den gewünschten offenen Charakter der Heidefläche nicht beeinträchtigen, sollen erhalten bleiben.

Die Fa. Amprion, die Stadt Neukirchen-Vluyn und der Kreis Wesel bitten um Ver-ständnis für die nun anstehenden Maßnahmen. Diese werden das Erscheinungsbild der dortigen Landschaft zwar zunächst verändern, aber die Stromversorgung für die nächsten 5-10 Jahre sichern und die Heide schon im kommenden Sommer zu neuem und jungem Leben erwecken.