Hundehaltung nach dem Landeshundegesetz Nordrhein-Westfalen - LHundG NRW -

 

Das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) schreibt vor, dass für große Hunde, Hunde bestimmter Rassen und gefährliche Hunde eine ordnungsbehördliche Anmeldung zu erfolgen hat. Diese Anmeldung muss zusätzlich zur steuerlichen Anmeldung vorgenommen werden. Zuständige Behörde ist hier das Ordnungsamt.

Große Hunde (§ 11 LHundG NRW)
Hunde, die ausgewachsen eine Widerristhöhe (Schulterhöhe) von mindestens 40 cm oder ein Gewicht von mindestens 20 kg erreichen.
Die Widerristhöhe des Hundes bemisst sich als Abstand vom Boden zur vorderen höchsten Stelle des Rückens, gemessen mit einem Stockmaß (Zollstock oder ähnliches).
Auch Hunde, die die genannten Maße z. B. aufgrund ihres Alters (noch) nicht erreicht haben, unterfallen der Einstufung nach § 11 Abs. 1 LHundG NRW. Maßgeblich ist, dass die Maße in ausgewachsenem Zustand erreicht werden. Die für die Feststellung erforderlichen Angaben können z. B. der Fachliteratur oder den Fachinformationen bzw. offiziellen Angaben der jeweiligen FCI anerkannten Zuchtverbände entnommen werden.

Anzeigepflicht: Ja, beim Bürgerbüro und Ordnungsamt (es fallen Gebühren in Höhe von 25,00 € an).
Bitte geben Sie dem Bürgerbüro und Ordnungsamt auch eine Mitteilung, wenn Ihr Hund verstorben ist.

Erlaubnispflicht: Nein

Sachkundenachweis: Ja, belegbar durch die Bescheinigung eines anerkannten Sachverständigen, einer anerkannten sachverständigen Stelle (zu erfragen beim Ordnungsamt oder bei Ihrem Tierarzt) oder durch von der Tierärztekammer ermächtigte Tierärztinnen oder Tierärzte.

Als sachkundig gelten:

  • Personen, die bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes (01.01.2003) mehr als drei Jahre große Hunde gehalten haben, sofern es dabei zu keinen tierschutz- oder ordnungsbehördlich erfassten Vorkommnissen gekommen ist und dieses der zuständigen Behörde schriftlich versichert wurde.
  • Tierärztinnen/Tierärzte sowie Inhaber einer Berufserlaubnis nach § 11 Bundestierärzteordnung
  • Jagdscheininhaber oder Personen mit erfolgreicher Jägerprüfung
  • Personen, die eine Erlaubnis zur Zucht oder Haltung oder zum Handel mit Hunden besitzen (§ 11 Abs. 1 Nr. 3 Tierschutzgesetz)
  • Polizeihundeführerinnen/Polizeihundeführer

Zuverlässigkeitsprüfung: Ja. Die Art und Weise der Überprüfung der Zuverlässigkeit obliegt der Behörde.

Haftpflichtversicherung: Ja. Eine bestehende Haftpflichtversicherung mit Mindestdeckungssummen von 500.000 €  für Personenschäden und 250.000 € für sonstige Schäden ist nachzuweisen (Vorlage der Versicherungspolice).

Mikrochip: Ja. Die fälschungssichere Kennzeichnung des Hundes mit einer elektronisch lesbaren Marke (Mikrochip) ist nachzuweisen.

Maulkorbzwang: Nein

 

Gefährliche Hunde (§ 3 LHundG NRW)

Es handelt sich hierbei um Hunde der folgenden Rassen:

  • Pitbull Terrier,
  • American Staffordshire Terrier,
  • Staffordshire Bullterrier,
  • Bullterrier,
  • deren Kreuzungen untereinander und Kreuzungen mit anderen Hunden,
  • Hunde, deren Gefährlichkeit im Einzelfall nach Begutachtung durch den amtlichen Tierarzt festgestellt wurde (z. B. bei auf Aggression gezüchteten oder ausgebildeten Hunde, Hunde, die einen Menschen oder ein Tier ohne erkennbaren Grund gebissen haben, Hunde, die unkontrolliert andere Tiere hetzen).

Erlaubnispflicht: Ja. Beantragungspflicht beim Ordnungsamt des Wohnsitzes.
Eine Erlaubnis wird nur bei Nachweis eines besonderen privaten Interesses oder bei Vorliegen eines öffentlichen Interesses (Tier muss aus einem Tierheim oder einer tierheimähnlichen Einrichtung übernommen werden) an der weiteren Haltung erteilt. (Es fallen Gebühren in Höhe von 45,00 € an.) Bei einer Übernahme eines Tieres von einer Privatperson (hierzu gehören auch Züchter) ist dagegen keine Erlaubniserteilung möglich.
Bitte geben Sie dem Ordnungsamt auch eine Mitteilung, wenn Ihr Hund verstorben ist.

Voraussetzungen:

  • Volljährigkeit des Halters/der Halterin
  • Nachweis der Sachkunde und Zuverlässigkeit
  • der Halter/die Halterin muss in der Lage sein, den Hund sicher an der Leine zu halten und zu führen
  • ausbruchsichere und verhaltensgerechte Unterbringung
  • Abschluss einer besonderen Haftpflichtversicherung
  • fälschungssichere Kennzeichnung durch Mikrochip

Sachkundenachweis: Ja, nachzuweisen durch Vorlage einer Sachkundebescheinigung des amtlichen Tierarztes. Die Sachkundebescheinigung ist auch von jeder zu benennenden Aufsichtsperson, die den Hund neben dem Hundehalter/der Hundehalterin führt, beizubringen.

Als sachkundig gelten:

  • Tierärztinnen/Tierärzte sowie Inhaber einer Berufserlaubnis nach § 11 Bundestierärzteordnung
  • Jagdscheininhaber oder Personen mit erfolgreicher Jägerprüfung
  • Personen, die eine Erlaubnis zur Zucht oder Haltung oder zum Handel mit Hunden besitzen (§ 11 Abs. 1 Nr. 3 Tierschutzgesetz)
  • Polizeihundeführerinnen/Polizeihundeführer
  • Personen, die berechtigt sind, Sachkundebescheinigungen zu erteilen

Zuverlässigkeitsprüfung: Ja. Die Beibringung eines beim Ordnungsamt zu beantragenden Führungszeugnisses nach § 30 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes ist erforderlich. Ein Führungszeugnis ist auch von jeder zu benennenden Aufsichtsperson, die den Hund neben dem Hundehalter führt, beizubringen.

Keine Zuverlässigkeit liegt z. B. vor bei Verurteilungen wegen

  • vorsätzlichem Angriff auf Leben oder Gesundheit,
  • gemeingefährlicher Straftat,
  • Straftat gegen Eigentum oder Vermögen,
  • Trunkenheit oder Rauschmittelsucht

Eine Unzuverlässigkeit kann sich auch aus anderen Sachverhalten oder Delikten ergeben.

Haftpflichtversicherung: Ja. Eine bestehende Haftpflichtversicherung mit Mindestdeckungs- summen von 500.000  € für Personenschäden und 250.000 € für sonstige Schäden ist nachzuweisen (Vorlage der Versicherungspolice).

Mikrochip: Ja. Die fälschungssichere Kennzeichnung des Hundes mit einer elektronisch lesbaren Marke (Mikrochip) ist nachzuweisen.

Maulkorbzwang: Ja. Maulkorb oder eine in der Wirkung gleichstehende Vorrichtung ab Vollendung des 6. Lebensmonats des Hundes. Eine Befreiung vom Maulkorbzwang ist nach erfolgreicher Verhaltensprüfung bei der für den Tierschutz zuständigen Behörde möglich. (Es fallen Gebühren in Höhe von 25,00 € an.)

Leinenzwang: Ja. Eine Befreiung vom zusätzlichen Leinenzwang ist nach erfolgreicher Verhaltensprüfung bei der für den Tierschutz zuständigen Behörde möglich. (Es fallen Gebühren in Höhe von 25,00 € an.)

 

Hunde bestimmter Rassen (§ 10 LHundG NRW)

Es handelt sich hierbei um Hunde der Rassen

  • Alano,
  • American Bulldog,
  • Bullmastiff,
  • Mastiff,
  • Mastino Espanol,
  • Mastino Napoletano,
  • Dogo Argentino,
  • Fila Brasileiro,
  • Rottweiler,
  • Tosa Inu
  • sowie deren Kreuzungen untereinander sowie mit anderen Hunden.

Erlaubnispflicht: Ja. Beantragungspflicht beim Ordnungsamt (es fallen Gebühren in Höhe von 70,00 € bzw. 30,00 € im Falle der Vermittlung aus einem Tierheim an). Bitte geben Sie dem Ordnungsamt auch eine Mitteilung, wenn Ihr Hund verstorben ist bzw. abgegeben wird.

Voraussetzungen:

  • Vollendung des 18. Lebensjahres
  • Nachweis der Sachkunde und Zuverlässigkeit
  • der Halter/die Halterin muss in der Lage sein, den Hund sicher an der Leine zu halten und zu führen
  • ausbruchsichere und verhaltensgerechte Unterbringung
  • Abschluss einer besonderen Haftpflichtversicherung
  • fälschungssichere Kennzeichnung durch Mikrochip

Sachkundenachweis: Ja, nachzuweisen durch Vorlage einer Sachkundebescheinigung des amtlichen Tierarztes oder eines anerkannten Sachverständigen bzw. einer anerkannten sachverständigen Stelle. Die Sachkundebescheinigung ist auch von jeder benannten Aufsichtsperson, die den Hund neben dem Halter/der Hundehalterin führt, beizubringen.

Als sachkundig gelten:

  • Tierärztinnen/Tierärzte sowie Inhaber einer Berufserlaubnis nach § 11 Bundestierärzteordnung
  • Jagdscheininhaber oder Personen mit erfolgreicher Jägerprüfung
  • Personen, die eine Erlaubnis zur Zucht oder Haltung oder zum Handel mit Hunden besitzen (§ 11 Abs. 1 Nr. 3 Tierschutzgesetz)
  • Polizeihundeführerinnen/Polizeihundeführer
  • Personen, die berechtigt sind, Sachkundebescheinigungen zu erteilen

Zuverlässigkeitsprüfung: Ja. Die Beibringung eines beim Ordnungsamt zu beantragenden Führungszeugnisses nach § 30 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes ist erforderlich. Ein Führungszeugnis ist auch von jeder benannten Aufsichtsperson, die den Hund neben dem Hundehalter/der Hundehalterin führt, beizubringen.

Keine Zuverlässigkeit liegt z. B. vor bei Verurteilungen wegen

  • vorsätzlichem Angriff auf Leben oder Gesundheit,
  • gemeingefährlicher Straftat,
  • Straftat gegen Eigentum oder Vermögen,
  • Trunkenheit oder Rauschmittelsucht

Eine Unzuverlässigkeit kann sich auch aus anderen Sachverhalten oder Delikten ergeben.

Haftpflichtversicherung: Ja. Eine bestehende Haftpflichtversicherung mit Mindestdeckungssummen von 500.000 € für Personenschäden und 250.000 € für sonstige Schäden ist nachzuweisen (Vorlage der Versicherungspolice).

Mikrochip: Ja. Die fälschungssichere Kennzeichnung des Hundes mit einer elektronisch lesbaren Marke (Mikrochip) ist nachzuweisen.

Maulkorbzwang: Ja. Maulkorb oder eine in der Wirkung gleichstehende Vorrichtung ab Vollendung des 6. Lebensmonats des Hundes. Eine Befreiung vom Maulkorbzwang ist nach erfolgreicher Verhaltensprüfung bei der für den Tierschutz zuständigen Behörde oder bei durchgeführter Verhaltensprüfung bei einem anerkannten Sachverständigen oder einer anerkannten sachverständigen Stelle möglich. (Es fallen Gebühren in Höhe von 25,00 € an.)

Leinenzwang: Ja. Eine Befreiung vom zusätzlichen Leinenzwang ist nach erfolgreicher Verhaltensprüfung bei der für den Tierschutz zuständigen Behörde oder bei durchgeführter Verhaltensprüfung bei einem anerkannten Sachverständigen oder einer anerkannten sachverständigen Stelle möglich. (Es fallen Gebühren in Höhe von 25,00 € an.)

 

Anlein- und Verhaltenspflichten

Für alle Hunde (unabhängig von Rasse, Größe und Gewicht) gilt ein generelles Betretungsverbot auf den nachfolgend aufgeführten Flächen:

Kinderspielplätze und Wochenmärkte.

Auf Kinderspielplätzen und Wochenmärkten ist nur Blinden das Mitführen von Blindenhunden gestattet.

Für alle gilt:
Hunde sind so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht § 2 Abs. 1 LHundG NRW).

Leinenpflicht besteht für alle Hunde nach dem Landeshundegesetz NRW in den nachfolgend aufgeführten Bereichen:

  1. in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und anderen innerörtlichen Bereichen, Straßen und Plätzen mit vergleichbarem Publikumsverkehr,
  2. in der Allgemeinheit zugänglichen, umfriedeten Park-, Garten- und Grünanlagen,
  3. bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten und sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen,
  4. in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten.

Für große Hunde nach § 11 LHundG NRW (die ausgewachsen eine Widerristhöhe von mindestens 40 cm oder ein Gewicht von mindestens 20 kg haben), gilt eine zusätzliche Leinenpflicht innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen.

Für gefährliche Hunde (§ 3 LHundG NRW) und Hunde bestimmter Rassen (§ 10 LHundG NRW) gilt eine zusätzliche Leinen- und Maulkorbpflicht außerhalb eines befriedeten Besitztums sowie in Fluren, Aufzügen, Treppenhäusern und auf Zuwegen von Mehrfamilienhäusern.