Wohnberechtigungsscheine

 

Ein Wohnberechtigungsschein wird benötigt, um eine öffentlich geförderte Wohnung beziehen zu dürfen. „Öffentlich gefördert“ bedeutet, dass die Wohnungen mit öffentlichen Mitteln des Bundes, des Landes, der Stadt, Gemeinde oder mit Wohnungsfürsorgemitteln gefördert wurden. Diese unterliegen jedoch Belegungsbedingungen. Demnach ist der Verfügungsberechtigte (i.d.R. Eigentümer) verpflichtet, eine öffentlich geförderte Wohnungen nur an Berechtigte zu vermieten. Diese müssen einen gültigen WBS (1 Jahr gültig) vorlegen.

Ein WBS enthält Angaben über die Personenzahl und die Größe der Wohnung, die bezogen werden darf. Die Ausstellung eines WBS ist einkommensabhängig, d.h. das Einkommen des Antragstellers und seiner haushaltsangehörigen Personen muss nachgewiesen werden.

Als Haushaltsangehörige gelten folgende Personen:

  • der Antragsteller
  • der Ehegatte
  • der Lebenspartner und der Partner einer sonstigen auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft,
  • sowie deren Verwandte in gerader Linie und zweiten Grades in der Seitenlinie (z.B. Eltern, Geschwister), Verschwägerte in gerader Linie und zweiten Grades in der Seitenlinie (z.B. Schwiegereltern, Stiefkind), Pflegekinder ohne Rücksicht auf ihr Alter und Pflegeeltern.

Die Einkommensgrenzen ab dem 01.01.2019 betragen:

Personenzahlgesetzliche Einkommensgrenzeangemessene Wohnungsgröße
119.350,-- Euro 50
223.310,-- Euro 65 oder 2 Wohnräume
328.670,-- Euro 80 oder 3 Wohnräume
434.030,-- Euro 95 oder 4 Wohnräume
539.390,-- Euro110 oder 5 Wohnräume

Für jede weitere zum Haushalt gehörende Person erhöht sich die maßgebliche Einkommensgrenze um 5.360 EUR und die angemessene Wohnungsgröße um 15 qm oder einen Wohnraum.

Zuschlag für jedes zum Haushalt gehörende Kind im Sinne des § 32 Abs. 1 – 5 Einkommenssteuergesetz: 700,--€.

Bei jeder weiteren haushaltsangehörigen Person erhöht sich die Wohnfläche um 15 oder 1 Wohnraum. Eine Überschreitung der Wohnfläche von 5 m² wird als geringfügig angesehen.

Aus besonderen persönlichen oder beruflichen Gründen kann ggf. weiterer Wohnraum zugebilligt werden (z.B. junges Ehepaar).

Ein „Allgemeiner WBS“ ist zu beantragen, wenn noch keine Wohnung gefunden wurde.

Ein „Gezielter WBS“ ist zu beantragen, wenn eine bestimmte Wohnung gefunden wurde und der Verfügungsberechtigte (Vermieter) dem Antragsteller bestätigt, dass dieser die Wohnung beziehen kann.

Soll eine Wohnung an einen Wohnungssuchenden vermietet werden, der keinen WBS bekommt (z.B. zu hohes Einkommen oder eine zu große Wohnung), so kann in besonderen Fällen eine Freistellung von den Belegungsbindungen erteilt werden.

Der Antrag ist bei der Gemeinde zu stellen, in der der Wohnungssuchende wohnt. Ein Wohnberechtigungsschein gilt für das Bundesland, in dem er ausgestellt wurde.

Der Antrag nebst Anlagen steht Ihnen zum Download zur Verfügung (s.u.).


benötigte Unterlagen:

  • Antrag auf Wohnberechtigungsschein
  • Einkommensnachweise aller Haushaltsangehörigen des letzten Kalenderjahres
  • Im Einzelfall besondere Nachweise (z.B. Schwerbehindertenausweis, Nachweis über die Pflegebedürftigkeit, Schulbescheinigung, gültige Aufenthaltserlaubnis)

Gebühr(en):

  • Wohnberechtigungsschein 15,-- € - 20,-- €
  • Arbeitslosengeld 2 Empfänger/innen und Grundsicherungsleistungsempfänger/innen 0,00 €
  • Freistellung 30,-- €